Würden Sie gentechnisch veränderte Pflanzen in ihrem Garten anbauen?


BiohazardBildquelle WikipediaDie Reaktionen auf diese provokative Frage dürfte bei den meisten Erfurter Bürgern nicht nur Verwunderung sondern auch ein entschiedenes "Nein" zu Tage fördern.

Kein Wunder, denn durch Gentechnik veränderte Pflanzen, die zum Beispiel vom umstrittenen Unternehmen Monsanto hergestellt werden, kommen immer wieder wegen ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung in die Schlagzeilen. Doch nicht nur die Pflanzen sind umstritten, sondern auch die Art und Weise wie diese Unternehmen ihre Monopolstellungen sichern und damit ihren Profit maximieren.

Bereits im November 2003 wurde das Aktionsbündnis "Für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Thüringen" gegründet. Am letzten Mittwoch erlitt die Initiative der Grünen, für den Beitritt Erfurts zu diesem freiwilligen Aktionsbündnis, eine Niederlage.

Die Komplexität dieses Themas und die kontroversen Standpunkte spiegeln sich im Abstimmungsergebnis wider: 22 Gegen-, 19 Für- und 5 Enthaltungsstimmen. Die SPD hatte es ihren Mitglieder sogar freigestellt wie sie abstimmen sollen.

Auch die oft so beschworene Kennzeichnungspflicht ist kaum mehr als ein Hinweis, denn die Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht sind kaum noch zu überblicken. Zusatzstoffe, Hilfsstoffe, Aromen und Enzyme sind fast vollständig davon befreit. Dabei wäre es doch durchaus interessant zu wissen - ob die Milch, die Eier oder die Sojasoße bereits gentechnisch verändert sind.

Transparenz und Käuferschutz sehen anders aus.

Die PIRATEN Erfurt kritisieren daher die Entscheidung des Stadtrates stark und fordern das Erfurt ein klares Zeichen gegen den unsicheren Anbau von GEN-Pflanzen, den Patentwahn und den ungezügeltem Handeln von Monopolisten zeigt.

Gleichzeitig fordern die PIRATEN Erfurt die Bundesregierung auf, die Kennzeichnungspflicht auf Lebensmittel dahingehend zu ändern das ausnahmslos jede genveränderte Substanz deutlich gekennzeichnet wird.

Kommentare

Schief

"Kein Wunder, denn durch Gentechnik veränderte Pflanzen, die zum Beispiel vom umstrittenen Unternehmen Monsanto hergestellt werden, kommen immer wieder wegen ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung in die Schlagzeilen."

Ah wirklich? Soweit ich informiert bin, gibt es nur immer wieder hysterische "Oh Gott! Es ist nicht absolut sicher bewiesen, dass es nicht vielleicht gesundheitsschädliche Langzeitwirkungen geben könnte..." Aussagen von wenig informierten, Wissenschaftsfernen.

Wenn ihr solche Behauptungen aufstellt, dann bitte mit Belegen (und nein: Artikel in Ökomagazinen oder von Greenpeace sind keine Belege. Tipp: http://scholar.google.de/ ). Generell ist die Argumentation seltsam: Es könnte (irgendwelche, unspezifizierte) Risiken geben, daher lehnen wir die Technologie als Ganzes ab. Wisst ihr wieviele Leute jährlich im Straßenverkehr sterben? Sollen deswegen Autos verboten werden?

Dass Genpatente (wie alle Patente) auch problematisch sind, ist klar. Aber Gentechnik zu dämonisieren überlasst bitte Greenpeace und den Grünen. Die Piraten vertreten schließlich hauptsächlich Technophile, die häufig Gentechnik an sich gut finden.

Klärt doch bitte erstmal, ob sich die Piraten (Gen-)Technikfeindlichkeit wirklich aufs Banner schreiben wollen. Ich für meinen Teil werde die Piraten nicht wählen, wenn ich auch mit dieser Genhysterie anfangt.

Darüber hinaus würde ich empfehlen, nachzuschlagen was Gentechnik ist und dann darüber nachzudenken, was daran so schlimm sein soll.

Gentechnik und Monsanto

Hallo,

vorneweg erst einmal vielen Dank für deinen Beitrag. Nur durch Diskussionen kann man bei der Information zu einem Thema vorankommen.

Was Monsanto betrifft ist jedoch hierbei nicht wirklich eine Hysterie zu sehen. Es ist durchaus bekannt, dass Monsantomais negative Effekte auf Lebewesen hat. Hierzu gibt es mehrere Studien, darunter auch eine sehr interessante Studie vier fränzösischer Forscher, die mit Verlaub, nicht von Greenpeace oder einem Ökomagazin stammt. Im Gegenteil, diese wurde im "International Journal of Boilogical Science" veröffentlicht, welches im allgemeinen den Ruf genießt neutral zu sein.

http://www.biolsci.org/v05p0706.htm

Der Vergleich mit dem Auto fahren hinkt allerdings etwas. Es macht nämlich hierbei schon einen Unterschied, ob ich größtenteils beeinflussen kann, wie eine Maschine fährt oder ob ich unwissentlich giftige Stoffe zu mir nehme.

In deinem Punkt, Gentechnik nicht komplett zu dämonisieren, gebe ich dir recht, das machen wir auch gar nicht. So kann in der Forschung, gerade auch von Medikamenten gerne auf Gentechnik zurückgegriffen werden, nur sollte bei Nahrungsmitteln ein Schlussstrich gezogen werden. Der Grund liegt hierbei zum einen bei den völlig vernachlässigten Nebeneffekten und aber auch der schnellen Verbreitung der Pflanzen auf anderen Feldern. Hinzu kommt hierbei noch die die Ausnutzung solcher Gentechnologien, durch Unternehmen, wie Monsanto, die nicht gerade durch menschenfreundliche Verhandlungsmethoden, sondern eher durch ihre Profitgier, bekannt geworden sind.

http://video.google.com/videoplay?docid=-7781121501979693623#

So gab es im vergangenen Jahr in Süd Afrika und in Indien Missernten bei den großartig beworbenen Gen-Monsantoprodukten.

http://www.digitaljournal.com/article/270101

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2578/1.html

Wie zu sehen ist habe wir Piraten uns also mit dem Thema schon in vielfältiger Weise beschäftigt und werden dies auch weiter tun. Wir haben ebenfalls Personen mit dem Fachgebiet Biologie in unseren Reihen, wodurch wir uns immer wieder über solche Themen tiefgründig informieren lassen können und versuchen auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Beste Grüße
Duke